
Prävention
Fehler vermeiden, Sicherheit stärken

Vermeidbare Behandlungsfehler verhindern
Die Zahl vermeidbarer Behandlungsfehler hängt wesentlich davon ab, welchen Stellenwert Prävention im Klinikalltag tatsächlich hat. Wo Zeitdruck, Personalmangel und unklare Verantwortlichkeiten dominieren, werden Risiken zu spät erkannt und aus Fehlern wird zu wenig gelernt. Prävention darf deshalb kein Zufallsprodukt sein und nicht erst einsetzen, wenn bereits Schlimmes geschehen ist. Sie braucht klare Zuständigkeiten, Transparenz und eine Fehlerkultur, die systematisches Lernen ermöglicht.
Damit das gelingt, reicht individuelles Engagement nicht aus. Prävention muss strukturell abgesichert sein: durch verbindliche Abläufe im Umgang mit Risiken, durch verlässliche Meldestrukturen und durch eine verpflichtende Analyse schwerer, vermeidbarer Ereignisse. Ebenso gehört dazu, Hinweise von Patient:innen ernst zu nehmen und sie frühzeitig in Sicherheitsprozesse einzubeziehen.
Deshalb setzen wir uns für konkrete Veränderungen ein – damit Sicherheit nicht vom Einsatz Einzelner abhängt, sondern dauerhaft und verbindlich im System verankert wird.
Nötige Verbesserungen
1
Dialog auf Augenhöhe zwischen Patient:innen und Behandelnden
4
Zentrale, unabhängige Stelle für die fachliche Aufarbeitung von "Never Events" und schweren Behandlungsfehlern zu Präventionszwecken
2
Etablierung einer akzeptierten und erwünschten “Speak Up Kultur”, auch für medizinisches Fachpersonal und ungeachtet von Arbeitshierarchien
5
Technische Assistenzsysteme wie KI-gestützte Diagnostik und Scoringsysteme zur Unterstützung der ärztlichen Einschätzung
3
Sichere medizinische Abläufe bei Diagnostik, Behandlung und Kommunikation
6
Präventionsmaßnahmen insbesondere für Risikogruppen und selten erkannte Krankheitsbilder

Wenn im Gesundheitssystem schwere Fehler passieren, schädigt das nicht nur eine einzelne Person – es verändert auch das Leben der Menschen an ihrer Seite.
Prävention darf keine Kür sein, sondern muss zur Verantwortung jedes Gesundheitssystems gehören. Dazu gehört ehrliche Aufarbeitung, sichere Abläufe und der Wille, aus Fehlern wirklich zu lernen.
Michelle Bayona
1. Vorsitzende von Fokus Behandlungsfehler e.V.











