
Akteure und Initiativen
Aktiv für mehr Patientensicherheit
Hinweise zur Auswahl
Hier finden Sie eine Übersicht über diverse Akteure, die sich mit den Themen Behandlungsfehler und Patientensicherheit im größeren Kontext befassen. Bitte beachten Sie: Die Zusammenstellung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.
Politik
Der Patientenbeauftragte der Bundesregierung
Seit Januar 2022 vertritt Stefan Schwartze als Patientenbeauftragter die Belange von Patientinnen und Patienten in allen relevanten politischen Bereichen und setzt sich unabhängig für die Interessen der Patientinnen und Patienten und die Stärkung ihrer Rechte ein.
Gesundheitspolitische Ansprechpartner:innen der Fraktionen
Auch die gesundheitspolitischen Sprecher:innen, Arbeitsgruppen und Ausschussmitglieder der Bundestagsfraktionen befassen sich mit Fragen der Gesundheitsversorgung, Patient:innenrechte und Patientensicherheit. Der Gesundheitsausschuss des Deutschen Bundestages ist ein zentraler Ort der parlamentarischen Beratung zu Gesundheitspolitik; ihm gehören Abgeordnete aller Fraktionen an.
Verbände und NGOs
Aktionsbündnis für Patientensicherheit (APS)
Das APS ist ein unabhängiges Netzwerk aus Akteuren des Gesundheitswesens, das sich seit 2005 mit Projekten und praxisnahen Empfehlungen für mehr Patientensicherheit engagiert. Es stellt sowohl Fachkräften als auch Patient:innen verständliche Informationsmaterialien, Handlungshilfen und Empfehlungen für eine sichere Versorgung zur Verfügung.
Deutsche Gesellschaft für Patientensicherheit (DGPS)
Die DGPS setzt sich für die Förderung von Patientensicherheit und Qualitätsverbesserung im Gesundheitswesen ein. Sie entwickelt wissenschaftlich fundierte Konzepte, Schulungen und Projekte, die Sicherheitsrisiken sichtbar machen und nachhaltige Verbesserungen in der Versorgung unterstützen.
Deutsche Stiftung Patientenschutz
Für Schwerstkranke, Pflegebedürftige und Sterbende. Am Patientenschutztelefon werden Fragen rund um Vorsorge, schwere Krankheit, Pflegemängel, Kassenleistungen etc. beantwortet.
Selbsthilfegemeinschaft Medizingeschädigter - Patient im Mittelpunkt e.V.
Der Verein ist ein Selbsthilfeverein und wendet sich an medizingeschädigte Patienten/Unfallopfer und deren Angehörige. Ziel des Vereins ist es Betroffenen, einzeln oder in Gruppen, die Möglichkeit zu bieten, Information zu finden, sich in Selbsthilfegruppen (auch online) auszutauschen und sich selbst einzubringen
Initiativen
Martje und Niklas Ratzow, die Eltern von Lönne, sind Gründungsmitglieder von Fokus Behandlungsfehler e.V. . Sie haben die Initiative #DenkanLönne ins Leben gerufen, nachdem ihr kleiner Sohn infolge mehrerer schwerer medizinischer Fehler im Rahmen eines rettungsdienstlichen Routineeinsatzes verstorben ist.
Die Initiative veröffentlichte den Einsatzverlauf zur Präventionsarbeit im Rettungsdienst und zur Verhinderung von Wiederholungen. Gemeinsam mit mehreren medizinischen Partnern wurde weiterhin eine Serie kostenfreier Taschenkarten für Rettungskräfte zum Thema Kindernotfall entwickelt. Sie dienen zur schnellen Absicherung von Wissen in Akutsituationen und thematisieren außerdem die Remonstrationspflicht von nichtärztlichem Personal im Rettungsdienst, sowie die Bedeutung einer qualitativ hochwertigen Versorgung von Kindern in Notfallsituationen.
Zu Lönnes Geschichte:
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SHZ-Artikel: Warum musste Lönne sterben? (20.1.2024)
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Überblicksseite mit zwei SZ-Artikeln und weiteren Informationen: "Notarzt und Kinderleben"
Lines Vermächtnis ist ein Präventionsprojekt der Deutschen Gesellschaft für Patientensicherheit (DGPS) mit Schirmherrin Michelle Bayona, Mutter der verstorbenen Line, und Gründungsmitglied von Fokus Behandlungsfehler e.V. . Ziel von Lines Vermächtnis ist es, Warnhinweise von Eltern und engen Bezugspersonen systematisch und evidenzbasiert in klinische Abläufe einzubinden, damit kritische Veränderungen bei Kindern früher erkannt werden. Ein Pilotprojekt findet am Kinder UKE in Hamburg statt.
Der National Health Service England hat Martha’s Rule eingeführt, nachdem Marthas Eltern wiederholt auf die Verschlechterung des Zustands ihrer Tochter hingewiesen hatten, ohne dass rechtzeitig reagiert wurde; Martha verstarb später an einer nicht rechtzeitig erkannten Sepsis. Die Regel gibt Patient:innen und Angehörigen das Recht, bei ernsthaften Sorgen eine unabhängige ärztliche Zweitbewertung anzufordern und stärkt damit ihre Rolle in kritischen Versorgungssituationen. Eine ähnliche Initiative gibt es in Australien mit Ryan's Rule aufgrund eines ähnlich traurigen Hintergrunds.
Das Kinderformularium ist eine unabhängige Online-Datenbank, die verständliche und geprüfte Informationen zur richtigen Anwendung und Dosierung von Medikamenten bei Kindern bereitstellt – auch dann, wenn Medikamente außerhalb der Zulassung eingesetzt werden. Es richtet sich an medizinisches Fachpersonal und trägt dazu bei, Behandlungen für Kinder sicherer zu machen. Betrieben wird es von der Stiftung Kinderarznei, die für den Erhalt und die Weiterentwicklung auf Spenden angewiesen ist.
