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Pressekommentar zur Statistik Behandlungsfehler des Medizinischen Dienstes

  • 20. Aug.
  • 2 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 20. Aug.

Martje Ratzow, Vorstandsmitglied von Fokus Behandlungsfehler e.V. © Henning Angerer


Berlin/Hamburg, 20. August 2026 – Der Medizinische Dienst Bund fordert anlässlich seiner aktuellen Jahresstatistik zur Behandlungsfehlerbegutachtung deutlich mehr politischen Einsatz für Patient:innensicherheit. Fokus Behandlungsfehler e.V. schließt sich dieser Forderung ausdrücklich an.


Martje Ratzow, Vorstandsmitglied von Fokus Behandlungsfehler e.V., erklärt:


„Der Medizinische Dienst benennt das Problem sehr klar: Wir wissen bis heute nicht verlässlich, wie viele Menschen in Deutschland durch vermeidbare Fehler in der Gesundheitsversorgung geschädigt werden. Die jährlich veröffentlichten Begutachtungszahlen sind wertvoll, aber sie zeigen nur einen kleinen Ausschnitt des tatsächlichen Geschehens. Der MD spricht selbst von einer hohen Dunkelziffer und warnt zu Recht davor, die vergleichsweise geringe Zahl der bekannten Fälle als Beleg für eine geringe Zahl vermeidbarer Schäden zu missverstehen.


Besonders wichtig ist aus unserer Sicht die Forderung nach einer gesetzlichen Offenlegungspflicht bei Behandlungsfehlern. Noch immer hängt die Aufklärung eines möglichen Behandlungsfehlers häufig davon ab, dass Patient:innen oder Angehörige selbst erkennen, dass etwas falsch gelaufen sein könnte. Das ist gerade für medizinische Laien eine kaum zu erfüllende Voraussetzung. Wer von einem möglichen Fehler betroffen ist, muss darüber informiert werden – unaufgefordert und transparent. Und erst die  transparente Aufklärung von Behandlungsfehlern ermöglicht Präventionsarbeit. 


Behandlungsfehler verursachen nicht nur menschliches Leid, sondern auch massive Kosten im Gesundheitssystem. Der Medizinische Dienst verweist darauf, dass nach einer OECD-Schätzung rund 15 Prozent der Kosten der stationären Versorgung auf die Folgen vermeidbarer Schadensereignisse entfallen können. Übertragen auf die Krankenhausausgaben der gesetzlichen Krankenversicherung in Deutschland entspräche das für 2025 einer Größenordnung von rund 16,7 Milliarden Euro. Patient:innensicherheit ist deshalb keine zusätzliche Belastung, sondern eine Investition – in weniger vermeidbare Schäden, weniger Folgekosten und eine verlässlichere Versorgung. 


Die Kritik des Medizinischen Diensts von politischem Stillstand ist berechtigt. Patient:innensicherheit und der Umgang mit vermeidbaren Behandlungsfehlern betreffen jede einzelne Person; dies muss endlich politisches Schwerpunktthema werden. Mit dem aktuellen Gesetzentwurf zur Änderung des Patientenrechtegesetzes liegt aktuell im Bundestag ein konkreter Vorschlag auf dem Tisch, der unter anderem die Informationspflicht bei möglichen Behandlungsfehlern ausweiten und die Organisationsverantwortung medizinischer Einrichtungen klarer regeln soll. Die anstehenden Beratungen müssen jetzt genutzt werden, um die Rechte von Betroffenen tatsächlich zu stärken und zugleich verbindliche Strukturen für mehr Patientensicherheit zu schaffen.”



Weiterführende Informationen:

Logo Fokus Behandlungsfehler e.V.

Achtung Redaktionen: Schriftliche Rückfragen bitte an info@fokus-behandlungsfehler.de. Telefonkontakt zu Martje Ratzow, Tel.  0176-24014248 (Nur für Presse. Sonstige Anfragen bitte per E-Mail).



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