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Newsletter / Was sich im Umgang mit Behandlungsfehlern ändern muss

30. Sept.
4 Min. Lesezeit

Newsletter

Liebe Interessierte und Mitglieder,

seit unserem ersten Newsletter im Juli ist viel passiert. Besonders beschäftigt hat uns in den vergangenen Wochen, wie viele Betroffene uns von ganz ähnlichen Erfahrungen berichtet haben: Sie hatten das Gefühl, mit ihren Sorgen, Beobachtungen oder Beschwerden nicht ernst genommen zu werden.

Zum Welttag der Patientensicherheit: Fehler offenlegen, aus Fehlern lernen

Was sollte passieren, wenn es konkrete Hinweise auf einen möglichen Behandlungsfehler gibt? Aus unserer Sicht dürfen Betroffene nicht selbst darum kämpfen müssen, überhaupt davon zu erfahren.

 

Zum Welttag der Patientensicherheit am 17. September haben wir deshalb eine gesetzliche Offenlegungspflicht gefordert: Einrichtungen und Behandelnde sollen Betroffene bei konkreten Hinweisen auf einen möglichen Behandlungsfehler unaufgefordert informieren.

 

Eine solche Offenheit braucht aus unserer Sicht eine echte Just Culture – also eine Sicherheitskultur, in der Beschäftigte Fehler ansprechen können und nicht nur individuelles Fehlverhalten, sondern auch organisatorische Ursachen untersucht werden. Das ist kein Freifahrtschein: Mögliche Straftaten müssen weiterhin aufgeklärt werden.

 

Unser Ziel ist ein System, in dem Fehler früher offen angesprochen, aufgearbeitet und – wo möglich – fair und außergerichtlich geklärt werden. Beim Thema Entschädigung lohnt dabei auch der Blick nach Dänemark, wo ein gesetzlich geregeltes Entschädigungssystem etabliert ist.

 

Statistiken zu Behandlungsfehlern: wichtig – aber erklärungsbedürftig

Ende Juli veröffentlichten die Landesärztekammer Hessen und wenige Wochen später der Medizinische Dienst Bund neue Zahlen. Beide Veröffentlichungen haben wir teils kritisch mit Pressearbeit begleitet.

 

Unser Punkt dabei: Begutachtungszahlen zeigen nur einen Ausschnitt. Sie sagen nicht, wie viele Behandlungsfehler tatsächlich passieren – und sie eignen sich nicht als einfache Bilanz der Versorgungsqualität.

 

 

Beim Medizinischen Dienst ist uns positiv aufgefallen, dass die Statistik direkt mit politischen Forderungen verbunden wurde. Viele davon unterstützen wir ausdrücklich, darunter eine weitergehende Informationspflicht bei möglichen Behandlungsfehlern.

 

Aufruf auf Instagram: Viele Geschichten – und ein auffälliges Muster 

Michelle Bayona mit Infostand auf GNPI-Jahrestagung 2026 in Mannheim

Bild: Screenshot des gemeinsamen Instagram-Beitrags mit Nadine vom Account „Poesie für Leonie“ zum Welttag der Patientensicherheit

 

Gemeinsam mit unserem Mitglied Nadine haben wir zum Welttag der Patientensicherheit einen Collab-Post veröffentlicht. Nadine erzählt darin von ihrer verstorbenen Tochter Leonie, bei der eine Sepsis nicht erkannt wurde. Die Resonanz war groß: mehr als 1.800 Likes, über 100 Shares und vor allem: zahlreiche persönliche Kommentare zu eigenen Erfahrungen mit Behandlungsfehlern.

Viele Menschen haben dort beschrieben, was ihnen oder ihren Angehörigen widerfahren ist. Besonders auffällig war ein wiederkehrendes Motiv: Viele schreiben, dass ihre Beschwerden, Beobachtungen oder Sorgen nicht ernst genommen wurden.

 

Wir haben jeden Kommentar gelesen und gemeinsam mit Nadine beantwortet. Danke an alle, die ihre Erfahrungen mit uns geteilt haben. Solche Schilderungen ersetzen keine Prüfung des einzelnen Behandlungsverlaufs. Aber sie zeigen sehr deutlich, welche Erfahrungen Betroffene machen – und welche Themen wir gegenüber Medizin, Krankenkassen und Politik ansprechen müssen.

 

 

Neu auf der Website: Artikelreihe „Medizinische Gutachten“ 

Wer einen Behandlungsfehler vermutet, kommt häufig irgendwann mit einem medizinischen Gutachten in Berührung. Doch schon die grundlegenden Fragen sind kompliziert: Welcher Gutachtenweg ist der richtige? Was genau wird geprüft? Wie werden Fehler, Schaden und Kausalität bewertet? Und was kann man tun, wenn ein Gutachten lückenhaft oder widersprüchlich erscheint?

 

In unserer neuen vierteiligen Artikelreihe „Medizinische Gutachten – was Betroffene wissen müssen“ erklären wir die wichtigsten Schritte und Begriffe so verständlich wie möglich und geben Hinweise für konkrete Rückfragen. Die Reihe entstand mit Unterstützung eines Vereinsmitglieds, das selbst als Sachverständige und leitende Ärztin tätig war.

 

Mediale Berichterstattung zu unserem Verein

Persönliche Erfahrungen schaffen Aufmerksamkeit – wichtig ist uns dabei immer, den Bogen zu den strukturellen Problemen zu schlagen.

 

Im neuen Podcast “Patientenstimme” des Patientenbeauftragten der Bundesregierung, Stefan Schwartze, war gerade Vorstandsmitglied Joachim Greuner zu Gast. Die Folge wurde am Welttag der Patientensicherheit veröffentlicht:

Joachim Greuner beim Dreh mit RTL Nord

→ Zur Podcast-Folge "Aus Fehlern im Krankenhaus lernen" Spotify · Apple Podcasts · Amazon Music · RTL+ · im Webplayer von „Patientenstimme“

 

Focus online porträtierte unser Vorstandsmitglied Martje Ratzow und ihren verstorbenen Sohn Lönne. Der Beitrag zeigt, was ihre Familie erlebt hat, und greift zugleich die politischen Forderungen unseres Vereins auf.

Joachim Greuner beim Dreh mit RTL Nord

Auf unseren Pressekommentar zur Statistik des Medizinischen Dienstes fragte auch der WDR Interviews an. Martje Ratzow war am 21. August bei WDR 5 und WDR 2 im Interview; bei WDR 5 wurde das Gespräch zweimal im „Morgenecho“ ausgestrahlt.  Der WDR 2 sendete das Interview im “Mittagsmagazin”. (Leider kein Weblink verfügbar)

 

Die Augsburger Allgemeine führte im Vorfeld des Safety Camps ein Interview mit Vorstandsmitglied Michelle Bayona. Im Mittelpunkt steht ihr Präventivprojekt für die Pädiatrie „Lines Vermächtnis“ und die Frage, wie Patient:innensicherheit strukturell verbessert werden kann. Auch Fokus Behandlungsfehler und unsere Arbeit werden vorgestellt. Das Interview erschien außerdem in der Main-Post, der Allgäuer Zeitung und im Südkurier.

 

Bereits im Juli berichtete außerdem DIE RHEINPFALZ über Behandlungsfehler und unser  Engagement für mehr Patientensicherheit. Der Artikel erschien online und in der Printausgabe.

 

Vernetzung: Im Austausch bleiben

Joachim Greuner beim Dreh mit RTL Nord

Bild: von li. nach re.: Dr. Heidemarie Haeske-Seeberg (Vorstandsvorsitzende Aktionsbündnis Patientensicherheit), Michelle Bayona (Fokus Behandlungsfehler) und Dr. Marcus Rall (Geschäftsführer Deutsche Gesellschaft für Patientensicherheit) beim Welttag Patientensicherheit 2026 in Berlin. © Eventfotosberlin, Danilo Ferrera

Neben Pressearbeit und politischen Forderungen ist uns der direkte Austausch wichtig. Im September waren wir bei zwei Fachveranstaltungen vor Ort: einmal bei der Christoph Lohfert Stiftung im Rahmen des Gesundheitswirtschaftskongresses in Hamburg und einmal bei der Veranstaltung des Aktionsbündnis Patientensicherheit zum Welttag der Patientensicherheit in Berlin.

 

Solche Termine sind für uns eine gute Gelegenheit, die Perspektive von Betroffenen in die Debatte einzubringen, Kontakte zu vertiefen und mit Menschen ins Gespräch zu kommen, die an ganz unterschiedlichen Stellen für eine sichere Versorgung arbeiten.  


Vielen Dank für Ihr Interesse und Ihre Unterstützung - und danke, dass Sie unsere Arbeit begleiten!


Herzliche Grüße im Namen des Vorstands!


Michelle Bayona

1. Vorsitzende

Fokus Behandlungsfehler e.V.

 

PS: Wenn Sie unser Engagement unterstützen möchten, können Sie dies gerne über eine Spende, eine Mitgliedschaft oder eine aktive ehrenamtliche Mitarbeit tun. 

 

Leiten Sie diesen Newsletter gerne weiter oder weisen Sie Menschen in Ihrem Netzwerk auf Fokus Behandlungsfehler e.V. hin – insbesondere dort, wo Betroffene, Angehörige oder engagierte Fachleute erreicht werden können.



Folgen Sie uns gerne auf Social Media

Fokus Behandlungsfehler e.V. 

Verein für Betroffenenrechte, Prävention und Systemwandel

Lehmweg 17

20251 Hamburg 

info@fokus-behandlungsfehler.de 

www.fokus-behandlungsfehler.de  

Der Verein wird gerichtlich und außergerichtlich durch jeweils zwei Vorstandsmitglieder gemeinsam vertreten, darunter die 1. oder der 2. Vorsitzende. Fokus Behandlungsfehler e.V. ist gemeinnützig gemäß § 52 AO, eingetragen beim Amtsgericht Hamburg (VR 26144). Spendenkonto: IBAN DE93 4306 0967 1380 1392 00, BIC GENODEM1GLS, GLS-Gemeinschaftsbank eG 




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